Wenn das Ich zum Nichts wird

Von politischer Verfolgung zu Folter und Verschwindenlassen
Themenabend in der Autonomen Schule Zürich

17’00       Einführung und Moderation: Oliver Nievergelt
17’15       aus Sicht des Völkerrechts: Ruth Kunz
17’30       Kunstfilm Katakrisis (Teil I) und Kommentar von Patrick Klötzli

Inmitten einer globalisierten Industrielandschaft steht ein geheimes Gefängnis ganz im Zeichen der Katastrophe. Völlig unbeschädigt übersteht die Referenz aus der Bush-Ära einen Bildersturm, eine Lawine, zahlreiche Eruptionen bevor die destruktivste aller bisherigen Katastrophen ihren Anfang nimmt. Ein Weissstorch verliert über einer Autobahnbrücke ein gewichtiges Stück Nistmaterial und löst damit eine verheerende Kettenreaktion aus. Das naturbedingte Desaster offenbart schliesslich die geheimen Machenschaften im Innern des Geheimgefängnisses. Obwohl das ehemalige Elektrizitätswerk teilweise in Trümmern liegt, gehen die Folterknechte unbeirrt ihrem Handwerk nach. Währenddem der Wildwuchs der Natur die dunkle Szenerie begrünt, beginnt erst jetzt die Fahrt in die Gefilde des wirklichen Schreckens.

18’30      Kunstfilm Katakrisis (Teil II)
19’00      aus Sicht der Psychotherapie: Regula Flury und Naser Morina, afk
19’30      Podiumsdiskussion

Das real existierende Grauen ist zwar mittels Bildern zu übermitteln, doch die Wirklichkeit des Leidens bleibt weiterhin verborgen. Mit jedem Schockbild, wie etwa jene von Abu Ghraib, wird man sich bewusst, dass man nur einen erschreckend kleinen Ausschnitt aus dem Weltgeschehen zu Gesicht bekommen hat. Mit diesem Gedanken von der Unsichtbarkeit der weltweit stattfindenden Katastrophen ist man schlicht überfordert.Die Überforderung des Bildkonsumenten besteht aber auch darin, dass ihn die ambivalente Wirkung der Bilder dauernd damit konfrontiert, zu welcher Haltung er sich entscheiden soll: eine ablehnende, voyeuristische, begrenzt mitfühlende oder eine gleichgültige? Falls sich dann der überanstrengte Betrachter nicht bereits von diesen Bildern abgewendet hat, bleibt ihm vielleicht etwas Energie, über den Nutzen zu spekulieren, das Leiden Anderer zu betrachten.